Zilla Leutenegger

Zilla Leutenegger, «Sit & Wait», 2020. Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zurich, Paris, © Zilla Leutenegger

Zilla Leutenegger
ZWISCHENRAUM / HINDURCHZUSCHAUN

23. September 2026 – 7. März 2027

Zilla Leutenegger präsentiert in der Ausstellung Zwisch enraum / Hindu rchzuschaun rund zehn ihrer multimedialen Installationen sowie eine Anzahl Monotypien. Es sind Einblicke in eine geheimnisvoll bewohnte Architektur und Skizzen eines Lebens. Diese Augenblicke zwischen den Dingen erzählen nicht nur kurze, poetische Geschichten, sondern laden dazu ein, das Museum neu zu entdecken – und es mit anderen Augen zu sehen. Es ist, als wäre jemand im Museum eingezogen, immer wieder sind Spuren und Schatten einer Existenz zu finden.

Zilla Leutenegger, 1968 in Zürich geboren, gehört zu den prägendsten Stimmen der Schweizer Gegenwartskunst. Im Zentrum ihres Schaffens steht eine faszinierende Symbiose aus analogen und digitalen Medien, im Zentrum ihres Schaffens stehen ihre unverwechselbaren multimedialen Installationen und "Videozeichnungen". Dabei überlagert sie reduzierte Wandzeichnungen mit projizierten Videoelementen. Ein statischer Raum wird plötzlich durch den projizierten Schattenwurf einer sich bewegenden Figur zum Leben erweckt.

Zilla Leutenegger, Think twice, 2025. Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zurich, Paris, Foto: Sebastian Schaub

Diese raffinierten Raumsituationen bilden die Kulissen für die tiefgründigen Erzählungen ihres Werks. Das Storytelling spielt bei Leutenegger eine essenzielle Rolle. Oft tritt sie in Form ihres Alter Egos "Zilla" als Protagonistin auf. Diese gefilmte, gezeichnete oder digital konstruierte Figur führt alltägliche, leise Handlungen aus: Sie liest, wartet oder blickt aus dem Fenster. Durch diese intimen Momente spinnt die Künstlerin subtile Narrative, die beim Betrachter beim Publikum eigene Erinnerungen wecken.

Ihre Erzählungen sind selten linear. Leutenegger fängt vielmehr atmosphärische Zustände und flüchtige Emotionen ein. Die durch Licht, Projektion und Skizze erschaffenen Räume wirken wie begehbare Traumsequenzen, in denen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität sowie zwischen Fläche und Raum völlig verschwimmen.

Ihr Werk ist eine fortlaufende Erzählung über die Poesie des Alltags. Indem sie den Betrachter:innen in ihre immersiven Welten einlädt, macht sie diese zu stillen Teilhaber:innen ihrer eindringlichen Geschichten.

Zilla Leutenegger, Plein Soleil, 2026, Simulation Videoinstallation, Courtesy the artist and Galerie Judin, Berlin

Im Museum Tinguely treten ihre poetischen Werke in einen spannungsvollen Dialog mit der Sammlung des Hauses. In diesem Austausch treffen Leuteneggers leise, raumgreifende Projektionen auf die mechanische Dynamik Tinguelys. Es entsteht eine ganz neue Erzählung über Bewegung, Licht und Raum, die die Poesie des Alltags auf faszinierende Weise neu verhandelt. 

Kurator: Andres Pardey.

Zilla Leutenegger, schlafender Hund, 2013, Simulation Videoinstallation. Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zürich/Paris