Wir nutzen Cookies (von Drittanbietern) zu Funktions-, Analyse- und Werbezwecken. Hier können AGB und Cookie-Richtlinien eingesehen werden.

 

<< | >>

Jean Tinguely


Schreckenskarrette - Viva Ferrari

1985

Material/Technik: Eisenwagen, Eisenschrott, Gummiräder, Holzrad, Lastwagenpneu, Spielzeugauto, Elektromotor
Masse (HxBxT): 200 x 140 x 80 cm
Inventarnummer: 11276
Werkverzeichnis: Bischofberger 0670
Creditline: Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle

Mit der Schreckenskarette, die den Betrachter unweigerlich an das Kampfgefährt von Ben Hur erinnert, schafft Tinguely ein Denkmal für die Schnelligkeit und Beweglichkeit, aber auch für die Vergänglichkeit automobiler Fortbewegung. Das Auf und Ab des zerrissenen Lastwagenreifens wird akustisch untermalt vom rhythmischen Klacken des Rades und vom Rasseln der Kette. Die Faszination für das Automobil, die Tinguelys Arbeit zeitlebens mitprägt, wird in dieser Skulptur zu einer Erinnerung an die Vergänglichkeit der von Besitzerstolz erfüllten Beziehung des Menschen zu seinem Vehikel. Die Welt der Automobile, und vor allem der schnellen, sportlichen, und der Ferrari-roten insbesondere, war Jean Tinguely sehr vertraut. In seiner ersten Zeit in Paris hatte er gemeinsam mit Paolo Vallorz einen Sportwagen gebaut, in den Sechzigerjahren erwarb er seinen ersten Ferrari, es war ein 250GTL Lusso, später besass er mehrere weitere Automobile von Ferrari. Immer spielt in seiner Reflexion der schnellen (automobilen) Bewegung auch der Tod mit. Freunde wie Jo Siffert oder Joakim Bonnier waren auf Rennstrecken ums Leben gekommen, und Tinguely selbst hat mehrere Auto-Unfälle überstanden. Die Schreckenskarette spielt auch auf diesen Aspekt der automobilen Faszination an.