Wir nutzen Cookies (von Drittanbietern) zu Funktions-, Analyse- und Werbezwecken. Hier können AGB und Cookie-Richtlinien eingesehen werden.

 

<< | >>

Jean Tinguely


Le Safari de la Mort Moscovite

1989

Material/Technik: Renault Safari, Eisenschrott, Schädel, Stoff, Sense, Lampen, Elektromotor
Masse (HxBxT): 270 x 520 x 180 cm
Inventarnummer: 11351
Werkverzeichnis: Bischofberger 0872
Creditline: Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle

«Le Safari de la Mort Moscovite» ist, wie der zehn Jahre ältere «Klamauk», eine Fahr-Skulptur. Auf einem ausrangierten Renault Safari sind grosse Holzräder montiert, an denen wiederum die Tierschädel, Schlegel und Puppen befestigt sind. Und über allem schwebt des Sensenmanns Gerät, weithin verkündend, wer da in diesem unheimlichen Gefährt angefahren kommt. War beim «Klamauk» noch die vergnügliche, unbeschwerte Seite die bestimmende, so ist es hier viel stärker die dunkle, von Tod und Ende geprägte. Das Auto selbst wird zum Sinnbild des Todes. Eigentlich solle der «Safari» nur im Schnee fahren, soll Tinguely gesagt haben. Und wohl auch nur in Moskau, möchte man angesichts der Foto-Montage des Autos auf dem verschneiten Roten Platz hinzufügen. Das Gefährt wurde für die Ausstellung in Moskau 1990 gebaut, unter anderem in der Absicht, den nach Wohlstand strebenden Russen die Vergänglichkeit der Luxusgüter bewusst zu machen. Tinguelys Assistent Sepp Imhof erzählt von nächtlichen Einkaufsfahrten mit dem «Safari» während der Ausstellungsvorbereitung in der russischen Metropole, das Gefährt habe aber überraschend wenig Aufsehen erregt. Auch die Polizei sei eigentlich, nach kurzer schweizerdeutsch-russischer Konversation, immer bereit gewesen, als Eskorte dem «Safari» und seinen Insassen den Heimweg zum Zentralen Haus der Künstler zu weisen.