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Jean Tinguely


Klamauk

1979

Material/Technik: Traktor mit aufgebauter Maschinen-Skulptur: Eisenschrott, Holzräder, Fässer, Abfallkübel, Gartenzwerg, diverse Schlaginstrumente
Masse (HxBxT): 315 x 660 x 315 cm
Inventarnummer: 11256
Werkverzeichnis: Bischofberger 0554
Creditline: Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle

Klamauk entsteht 1979 für die Ausstellung «Tinguely-Luginbühl» im Frankfurter Städel. Klamauk bildet zusammen mit «Safari de la Mort Moscovite» die für Tinguely typische Gruppe der fahrenden Skulpturen. Ursprünglich existierte zu Klamauk ein Pendant, «Radau», der aber 1980 nur während einiger Tage in Biel fuhr und dann wieder demontiert wurde. Der dritte geplante Traktor, Krawall, wurde nie gebaut. Safari schliesslich entstand erst zehn Jahre nach Klamauk. Wie kaum ein anderes Werk verkörpert der fahrende, tönende, rauchende, stinkende, feuerwerkende Traktor Klamauk das Schaffen Jean Tinguelys. Er wurde seit seiner Entstehung 1979 und seit seinen Auftritten an diversen Bergrennen zu einem eigentlichen Wahrzeichen der Kunst des Eisenplastikers. Auf einen alten Traktor sind die Elemente einer Klang-Skulptur montiert. Glocken, Zimbalen, Töpfe, Fässer werden geschlagen und entwickeln, unterlegt vom markanten Motorengeräusch der mächtigen Traktoren-Maschine, die von Zufälligkeit bestimmte Melodie der Méta-Harmonien. Dazu treten, vom Fahrer gezündet (und diesen auch gefährdend), Feuerwerkskörper und Rauchpetarden, die mit ihrem Knallen und Stinken die fahrende Klangskulptur mit einer apokalyptischen Note versehen. Der Tod reitet auf den Ausfahrten des witzigen Klamauk mit. Nicht zufällig wurde der Traktor 1981 anlässlich des Jo Siffert-Mémorials in St. Ursanne von Tinguely über die Rennstrecke gesteuert, in Gedenken an den grossen, am 24. Oktober 1971 verunglückten Schweizer Formel-1-Rennfahrer und Freund des Eisenplastikers. Klamauk begleitete Jean Tinguely am 4. September 1991 auch auf seiner letzten Fahrt, dem Zug der Abdankung des Künstlers durch Fribourg.