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Jean Tinguely


Crocrodrome

Modell
1977

Material/Technik: Draht, Holz, Stoff, Leuchtkette
Masse (HxBxT): 70 x 125 x 65 cm
Inventarnummer: 11246
Werkverzeichnis: Bischofberger S. 88
Creditline: Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle

Hinter dem Pseudonym «Zig et Puce» verbergen sich die an dieser Installation beteiligten Künstler, Bernhard Luginbühl, Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Daniel Spoerri und ihre Assistenten wie u.a. Seppi Imhof, Rico Weber, Paul Wiedmer. Tinguely plante mit «Cacadrome» eine monumentale jahrmarktartige Installation für Kinder und Erwachsene. Der später zu «Crocrodrome» umgewandelte Titel der Kulturstation, die im Rahmen der Eröffnung des Pariser Centre Pompidou 1977 im dortigen Forum entsteht, nimmt auf die drachenartige Figur Bezug. Das Maul des gewaltigen Drachenkopfes öffnet und schliesst sich langsam. Auf dem Rücken setzen sich die Zacken als Gestänge, Räderwerk und Leuchtschrift von Jean Tinguely fort. Im Inneren der Konstruktion fährt eine Geisterbahn. Das Hinterteil aus riesigen, rostigen Metallplatten und sich bewegenden dicken Rohren baut Bernhard Luginbühl. Zwischen den Beinen – wovon eines der Hinterbeine mit Schokolade überzogen ist – stehen eine weiterentwickelte Version von Tinguelys «Ballet des pauvres» und ein gigantischer Flipperkasten von Bernhard Luginbühl aus rostigem Eisen, der nach Abbruch des «Crocrodrome» in den «Cyclop» verfrachtet wird. Auf der Längsseite befindet sich ein separater Eingang, durch den die Besucher in den Verkaufskiosk «La boutique abérrante» und in das «Musée sentimental», ein Kuriositäten- und Fetischmuseum von Daniel Spoerri gelangen. Anfang März beginnen die Künstler mit dem Bau des Crocrodrome, der am 1. Juni 1977, dem Tag der Eröffnung, aber noch nicht bis ins Detail beendet ist. So wird auch danach ständig weitergebaut und die Entstehung des «Crocrodrome» manifestiert sich dem Publikum bis zu seiner Zerstörung als work in progress. Zum vollständigen Abbruch der Installation in der Nacht vom 17. bis 18. Januar 1978 erscheint eine Todesanzeige.