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Rückblende Christian Baur – Fotograf

30. März – 2. Mai 2004

Das Museum Tinguely widmet dem Basler Photographen Christian Baur aus Anlass seines 75. Geburtstages eine Einzelausstellung.
Bekannt durch seine Arbeiten im Bereich der Industrie- und Werbephotographie, vor allem aber der subtilen Dokumentation von Kunstwerken hat Christian Baur für die Schau im Museum Tinguely Gruppen von bislang unpublizierten Photographien zusammengestellt, die unter anderem während seiner regelmässigen Auslandsaufenthalte entstanden sind.

Christian Baur, geboren am 3. März 1929 in Basel als jüngstes von vier Kindern des Henry Baur, Architekt in Basel, und der Elise Baur-Schwarz aus Fribourg, besuchte nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1929 die Primar- und Realschule. Im März 1944 trat er als Lehrling in das Atelier der Brüder Hermann, Reinhold und Willy Eidenbenz in Basel, einem Zentrum für fortschrittliche photographische und graphische Techniken sowie ein Umschlagplatz für avantgardistische Ideen, wo er die Bekanntschaft von Peter Moeschlin und Robert Frank machte. Von 1947 bis 1951 arbeitete Baur in den Filmlabors Cinégram SA. und Pathé SA. in Genf, wo er Erfahrungen in allen vorkommenden Arbeiten der 35-mm Filmverarbeitung wie Entwicklung, Schnitt, Vertonung von Filmwochenschauen und Dokumentarfilmen sammelte. 1951 kehrte er mit der Absicht, wieder als Photograph tätig zu sein, nach Basel zurück und eröffnete mit Peter Moeschlin das «Atelier Moeschlin + Baur», das in den Bereichen Architektur-, Industrie-, Werbe- und Kunstphotographie tätig war. 1953 entstanden erste Aufnahmen mit eigener Kleinbild-Kamera (Contax). 1957 wurde Baurs Porträt des Basler Malers Oskar Althaus (1908-65) im renommierten Londoner Photography Annual neben Werken von René Burri, Yvan Dalain, Robert Frank, René Groebli, Jakob Tuggener und anderen veröffentlicht. Gelegentlich war Baur auch als Photoreporter für die Basler Nachrichten, die National-Zeitung sowie Die Woche tätig. Ab 1967 arbeitete Baur in eigenen Ateliers – zuerst an der Missionsstrasse und seit 1972 am Herrengrabenweg – in zunehmenden Mass für Museen, Galerien, Verlage, private und öffentliche Kunstsammlungen. Derzeit ist er ausschliesslich als Photograph von Kunstwerken tätig.

 

Im Dezember 1953 begann er mit der ersten Reise nach Italien, auf der er Neapel und Rom besuchte, seine regelmässige Reisetätigkeit, während der umfangreiche Photoserien entstanden. Eine Auswahl aus diesem umfangreichen Korpus zeigt Baur erstmals in der Ausstellung im Museum Tinguely. Diese Gruppen stimmungsvoller Architektur-, Landschafts- und Porträtaufnahmen stehen in der Tradition der Reportagephotographie und bilden zugleich einen Hinweis auf Christian Baurs Interesse am Medium des Films.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Guido Magnaguagno und einem Interview mit Christian Baur.