1925
Geboren am 22. Mai in Fribourg.
Mutter und Kind kommen im Juli 1925 von Bulle nach Basel.
1931 - 1940
Besuch der Schulen in Basel.
1941 - 1944
Lehre als Dekorateur.
1944
Besuch von Kursen an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel.
Ab 1947
Bewegt sich im Kreis um den Basler Anarchisten Heiner Koechlin.
Oktober 1952
Übersiedlung mit seiner Frau Eva Aeppli nach Frankreich.
Mai 1954
Eröffnung der ersten Ausstellung in der Pariser Galerie Arnaud.
1955
Anfang des Jahres bezieht er ein Atelier in der Impasse Ronsin, seine Nachbarn sind der Bildhauer Constantin Brancusi und andere Künstler.
Zeigt in einer Ausstellung in der Galerie Samlaren in Stockholm "Relief Méta-mécanique sonore II".
1955 - 1956
Lernt Niki de Saint Phalle und Yves Klein kennen.
1958
Stellt in der Galerie Iris Clert im Juli "Mes étoiles - Concert pour sept peintures" aus.
Zeigt im November in derselben Galerie zusammen mit Yves Klein die Installation "Vitesse pure et stabilité monochrome".
März 1959
Abwurf des Manifestes "Für Statik" aus einem Flugzeug über Düsseldorf, Paris.
Juli 1959
Ausstellung "Méta-Matics de Jean Tinguely" in der Galerie Iris Clert in Paris.
November 1959
"Cyclo-Matic-Evening" im ICA (Institute of Contemporary Arts) in London, ein Happening mit Velorennfahrern und Zeichenmaschinen.
März 1960
"Homage to New York", Aktion mit einer auto-destruktiven Maschinen-Skulptur im Garten des Museum of Modern Art in New York.
Oktober 1960
Gründung der Gruppe der "Nouveaux Réalistes" in Paris mit Arman, François Dufrêne, Raymond Hains, Yves Klein, Pierre Restany,
Jacques de la Villeglé, sowie Martial Raysse und Daniel Spoerri.
September 1961
"Étude pour une fin du monde No. 1", eine Aktion mit Raketen und anderem Feuerwerk im Louisiana Museum, Humlebaek, Dänemark.
März 1962
"Study for an End of the World No. 2", eine weitere sich vor Publikum selbstzerstörende Skulpturengruppe bei Las Vegas in der Wüste von Nevada, USA.
Winter 1963 - 1964
Schafft für die Expo 64 in Lausanne die Grossskulptur "Heureka".
Frühjahr 1966
Im Moderna Museet in Stockholm entsteht "Hon", in Zusammenarbeit mit Niki de Saint Phalle und Per Olof Ultvedt.
1967
Ist mit zwei Werken an der Weltausstellung 67 in Montreal vertreten: Schafft für den Schweizer Pavillon das "Requiem pour une feuille morte",
für den Pavillon Frankreichs entsteht zusammen mit Niki de Saint Phalle "Le Paradis fantastique". "Hannibal II", eine grosse Char-Skulptur,
wird vom Verkehrsverein Basel angekauft.
Weihnachten 1968
Wohnsitznahme in der Schweiz in einer ehemaligen Auberge in Neyruz im Kanton Fribourg.
1970
Baubeginn von "Le Cyclop" in Milly-la-Forêt, einer begehbaren Riesenplastik, die in Zusammenarbeit mit Bernhard Luginbühl, Larry Rivers,
Niki de Saint Phalle, Daniel Spoerri und anderen entsteht. Die Arbeiten werden mit Hilfe von Tinguelys Assistenten Josef Imhof und Rico Weber durchgeführt.
November 1970
"La Vittoria": vor dem Dom in Mailand verbrennt Tinguely anlässlich des Festivals zum zehnten Geburtstag der "Nouveaux Réalistes" einen goldenen Riesenphallus.
1971 - 1973
Entstehung der "Grossen Spirale" oder "Doppel-Helix" im Hof des Basler Instituts für Immunologie der F. Hoffmann-La Roche AG.
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1973 - 1975
Tinguely konstruiert in der Civic Mall von Columbus, Indiana, die monumentale Plastik "Chaos No. 1".
November 1976
Ausstellung der "Débricollages" in der Galerie Bischofberger in Zürich, in welcher der Besucher aufgefordert wird, sein eigenes Kunstwerk herzustellen.
Mai 1977
Zur Eröffnung des Centre Georges Pompidou in Paris entsteht "Le Crocrodrome de Zig & Puce", eine Installation von Jean Tinguely, Bernhard Luginbühl und
Niki de Saint Phalle.
Daniel Spoerri richtet darin ein "Musée sentimental" ein.
Juni 1977
Einweihung des "Fasnachtsbrunnens" in Basel.
September 1978
Zur Hammerausstellung in Basel entsteht "Méta-Harmonie I".
Mai 1979
In der Ausstellung "Tinguely - Luginbühl" im Frankfurter Städel werden "Klamauk", eine auf einen Traktor montierte Klang-Skulptur, und "Méta-Harmonie II"
erstmals in einer grösseren Ausstellung gezeigt.
Juli 1981
Ausstellung in der Abbaye de Sénanque, Tinguely zeigt erstmals Schädelskulpturen.
1982 - 1983
Retrospektiven in Zürich (Kunsthaus), London (Tate Gallery), Brüssel (Palais des Beaux-Arts) und Genf (Musée d'Art et d'Histoire). Der Flügelaltar
"Cenodoxus" gehört in Zürich und Genf zu den zentralen Werken der Ausstellung.
März 1983
Einweihung der "Fontaine Igor Stravinsky" in Paris, eine Kollaboration mit Niki de Saint Phalle.
Februar – April 1984
entsteht in Rungis in der Nähe von Paris im Auftrag der Régie Renault "Pit-Stop", eine Skulptur, die aus Teilen von Formel-1-Rennautos zusammengesetzt ist.
Juni 1984
Einweihung der "Fontaine Jo Siffert", ein Geschenk Jean Tinguelys an die Stadt Fribourg.
Für das Seibu-Museum in Japan schafft Tinguely die "Méta-Harmonie III – Pandämonium".
1985
In einer verlassenen Fabrikhalle der Von Roll AG in Olten entsteht "Méta Harmonie IV – Fatamorgana" für die Ausstellung in der Kunsthalle
der Hypo-Kulturstiftung in München.
Herbst 1986
Nach dem Brand eines Bauernhofs in Neyruz schafft Tinguely aus verkohlten Balken, verbrannten Landwirtschaftsmaschinen, Haushaltgeräten
und Tierschädeln den "Mengele-Totentanz".
1987
Entstehung der riesigen, begehbaren "Grossen Méta Maxi-Maxi Utopia" in einer Werkhalle der Von Roll AG Klus. Sie wird in der Retrospektive
in Venedig (Palazzo Grassi) gezeigt. Die weiteren Stationen der Ausstellung sind Turin (Promotrice delle Belle Arti), Paris (Musée national
de l'art moderne im Centre Georges Pompidou). In Paris präsentiert Tinguely erstmals "Dernière Collaboration avec Yves Klein" und die Skulpturengruppe
"Les Philosophes".
Januar 1988
Kauf der ehemaligen Flaschenfabrik in La Verrerie im Kanton Fribourg, die als Atelier dient.
März 1988
Einweihung der Fontaine de Château-Chinon, Kollaboration mit Niki de Saint Phalle. Der Brunnen entstand im Auftrag des französischen Präsidenten
François Mitterrand.
1990
In Moskau findet eine Tinguely-Ausstellung in der Tretjakov-Galerie statt. Die erweiterte Moskau-Ausstellung wird 1991 im Musée d'Art et d'Histoire
in Fribourg gezeigt. In den Ausstellungen zeigt Tinguely seinen "Retable de l'abondance occidentale et du mercantilisme totalitaire".
1991
"La Cascade", eine Gross-Hängeskulptur, entsteht in Charlotte/North Carolina, USA.
Juni 1991
Während der ART in Basel ist der "Kulturgüterzug" zu sehen, eine Installation von Tinguely zusammen mit Eva Aeppli, Bernhard und Iwan Luginbühl,
Jim Whiting, Milena Palakarkina, Daniel Spoerri und Ben Vautier.
Die grosse Lampenskulptur "Luminator" wird für die Vernissage in einer leeren Messehalle gebaut.
Sommer 1991
Die letzte von Tinguely selbst eingerichtete Ausstellung "Nachtschattengewächse" findet im Kunsthaus Wien statt.
1991
Am 30. August 1991 stirbt Jean Tinguely im Inselspital in Bern.
1955, Bezug des Atelier
1955, Relief "Méta-mécanique sonore II"
1959, Manifest "Für Statik"
1959, "Cyclo-Matic"-Abend im ICA
1960, "Homage to New York"
1962, "Study for an End of the World No. 2"
1963 - 64, Grossskulptur "Heureka"
1967, Arbeiten für die Weltaus-stellung
1968, Wohnsitznahme in der Schweiz
1970, Baubeginn von "Le Cyclop"
1979, "Klamauk"
1984, "Pit-Stop"
1985, in der Von Roll Fabrikhalle
1970, "Méta Harmonie IV - Fatamorgana"
1987, "Grosse Méta Maxi-Maxi Utopia"
1988, "Wittgenstein, Philosoph"
1990, Tinguely-Ausstellung in der Tretjakov-Galerie