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In der traditionellen Sinneslehre ist der Geschmacksinn durch die direkte physische Berührung bestimmt. Unmittelbar und körperbezogen, mit dem Mund und der Zunge, bringt uns das Geschmackserleben die sensuell mannigfaltige Welt näher. Noch heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, sind weiterhin viele Fragen rund um die Funktionsweisen des gustatorischen Sinns ungeklärt. Wir wissen wenig darüber, welche Eigenschaften der verschiedenen chemischen Substanzen die Codes für unsere unterschiedlichen Geschmacksqualitäten ausmachen. Sicher ist, dass unser Geschmacksinn ein hoch entwickelter Sinneskanal ist. In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass wir neben den fünf Geschmackssinnen – süss, salzig, sauer, bitter, umami – auch Geschmacksrezeptoren besitzen, die auf Fett wie auch auf Wasser reagieren. Die Palette der Aromen, die wir schmecken können, ist riesig, dennoch vermögen wir es nur sehr begrenzt, sie sprachlich zu umschreiben und in Worte zu fassen. Geschmackserlebnisse evozieren subjektiv und kulturell stark unterschiedlich geprägte Emotionen, Erinnerungen und Assoziationen, die auch geschichtlichen Wandlungen unterliegen. Ein bestimmtes Aroma mundet uns sehr oder stösst uns ab und ruft Bilder des Ekels und Zerfalls hervor. Schmecken endet nicht beim kulinarischen Erlebnis.

«Amuse-bouche
Der Geschmack der Kunst»

3. Ausstellung in der Reihe zu den Sinneswahrnehmungen in der Kunst

 

Unser Ausstellungsprojekt «Amuse-bouche. Der Geschmack der Kunst» rückt den faszinierenden Geschmacksinn als Teil unseres multisensorischen Erlebens der Welt und vor allem als Möglichkeit ästhetischer Wahrnehmung ins Zentrum und bricht mit der üblichen musealen Praktik, vornehmlich den Sehsinn des Besuchers anzusprechen.

Zu sehen vom 19. Februar bis 17. Mai 2020