Sammlung
Museum Tinguely

Sammlung Museum Tinguely

In der Sammlung des Museum Tinguely sind Arbeiten aller Phasen und Werkgruppen von Jean Tinguely vertreten. Zusammen mit temporären Leihgaben ermöglichen sie dem Museumsbesucher einen umfangreichen Überblick über das Schaffen des Künstlers. Neben den Skulpturen befindet sich eine Vielzahl von Zeichnungen und Briefzeichnungen, Dokumenten, Ausstellungsplakaten, Katalogen und Dokumentationen sowie Fotografien in der Sammlung des Museums. Alle Bestände sind – soweit möglich – öffentlich zugänglich und werden regelmässig sowohl in der permanenten Ausstellung im Museum Tinguely wie auch als Leihgaben in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt.

 

Die Museumssammlung entstammt einer grosszügigen Gründungsschenkung der Witwe des Künstlers Niki de Saint Phalle, aus der Sammlung von Roche, grösseren und kleineren Schenkungen sowie verschiedenen Ankäufen.

 

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Jean Tinguely


Méta-Malevitch

Relief méta-mécanique
1954

Material/Technik: Schwarzer Holzkasten mit sieben rechteckigen, weiss bemalten Metallelementen / Innen: Holzräder, Gummiriemen, Metallstäbe und Elektromotor
Masse (HxBxT): 61 x 50 x 20 cm
Inventarnummer: 11102
Werkverzeichnis: Bischofberger 0005
Creditline: Museum Tinguely, Basel

1954 schaft Tinguely für Ausstellungen in Paris und Mailand eine Gruppe von Werken, die heute unter dem Obertitel «Méta-Malevitch» bekannt ist. Bei dieser Werkgruppe handelt es sich um Reliefs aus quadratischen oder rechteckigen schwarzen Holzkästen, vor denen Metallelemente in einfachen geometrischen Formen wie Linie und Kreis und reinem Weiss (oder in wenigen Fällen leuchtendem Rot) zu schweben scheinen. Diese schwebenden Formen sind an feinen Drähten befestigt, die hinter der «Bildfläche» mit Holz- oder Metallrädern unterschiedlicher Grösse verbunden sind. Werden diese wiederum von einem ebenfalls verborgenen Motor mittels Treibriemen in Bewegung versetzt, entstehen auf der «Bildfläche» immer neue Konstellationen; der dadurch erzielte Effekt wird von Tinguely noch dadurch gesteigert, dass sich der Drehpunkt nicht bei allen Linien in der Mitte befindet und die Räder unterschiedliche Durchmesser haben, wodurch die Elemente stets mit unterschiedlicher Geschwindigkeit rotieren. Überdies wird so vermieden, dass sich nach einer gewissen Zeit einfach spiegelsymmetrische Konstellationen ergeben, oder wie es Tinguely gegenüber einem Betrachter seiner Werke überschwenglich formulierte: «Il faudrait au moins 10.000 ans pour que cette extraordinaire machine fasse à nouveau passer sous nos yeux la même composition.»