Sammlung
Museum Tinguely

Sammlung Museum Tinguely

In der Sammlung des Museum Tinguely sind Arbeiten aller Phasen und Werkgruppen von Jean Tinguely vertreten. Zusammen mit temporären Leihgaben ermöglichen sie dem Museumsbesucher einen umfangreichen Überblick über das Schaffen des Künstlers. Neben den Skulpturen befindet sich eine Vielzahl von Zeichnungen und Briefzeichnungen, Dokumenten, Ausstellungsplakaten, Katalogen und Dokumentationen sowie Fotografien in der Sammlung des Museums. Alle Bestände sind – soweit möglich – öffentlich zugänglich und werden regelmässig sowohl in der permanenten Ausstellung im Museum Tinguely wie auch als Leihgaben in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt.

 

Die Museumssammlung entstammt einer grosszügigen Gründungsschenkung der Witwe des Künstlers Niki de Saint Phalle, aus der Sammlung von Roche, grösseren und kleineren Schenkungen sowie verschiedenen Ankäufen.

 

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Jean Tinguely


Miostar No. 2

1974

Material/Technik: Migros-Bohrmaschine, Zwinge, Eisenschrott, Federwedel rot
Masse (HxBxT): 62 x 50 x 50 cm
Inventarnummer: 11241
Werkverzeichnis: Bischofberger 052
Creditline: Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle

«Ich habe überhaupt keine technische Begabung, ich bin ein absoluter Träumer, verbissen in meine Arbeit, aber immer ein Träumer geblieben. Ich bin immer frei von aller Materialität. Ich funktioniere immer nur mit einem Glauben an eine Sache, mit der Idee an eine Maschine, und ich fühle mich komplett frei, diese Maschine dann auch zu fühlen und zu bauen.» (ZDF 1989) Wie frei sich Tinguely fühlt, beweist die Ausstellung «Débriscollages» (sic!) in der Galerie Bischofberger im November 1974 in Zürich. Der Titel könnte auch mit «Zerbastelei» übersetzt werden und umschreibt die materialzerstörerische Aktivität von hochleistungsfähigen Handwerksgeräten, verweist uns jedoch zugleich auf Tinguelys Spass an Motoren. Der Künstler fabrizierte mit geläufigen, in jedem Haushalt benötigten Präzisionsmaschinen Skulpturen, welche die Funktion der Apparate zwar illustrieren, aber sie zugleich verulken und ins Absurde steigern. Die im Haushalt verwendete Bohrmaschine, hier Typ «Miostar», beflügelt den Künstler zur vorliegenden Version. Fast grausam wird der zarte Federbausch in Rotation versetzt. Das Missverhältnis von Kraft und Leistung ist lächerlich und befremdet, doch wirkt sich die frei werdende, ungenutzte, verpuffte Energie auch befreiend auf den Betrachter aus.