Sammlung
Museum Tinguely

Sammlung Museum Tinguely

In der Sammlung des Museum Tinguely sind Arbeiten aller Phasen und Werkgruppen von Jean Tinguely vertreten. Zusammen mit temporären Leihgaben ermöglichen sie dem Museumsbesucher einen umfangreichen Überblick über das Schaffen des Künstlers. Neben den Skulpturen befindet sich eine Vielzahl von Zeichnungen und Briefzeichnungen, Dokumenten, Ausstellungsplakaten, Katalogen und Dokumentationen sowie Fotografien in der Sammlung des Museums. Alle Bestände sind – soweit möglich – öffentlich zugänglich und werden regelmässig sowohl in der permanenten Ausstellung im Museum Tinguely wie auch als Leihgaben in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt.

 

Die Museumssammlung entstammt einer grosszügigen Gründungsschenkung der Witwe des Künstlers Niki de Saint Phalle, aus der Sammlung von Roche, grösseren und kleineren Schenkungen sowie verschiedenen Ankäufen.

 

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Jean Tinguely


Rotozaza No. 2

1967

Material/Technik: Geschweisstes Alteisen, Plexiglas, Fahrradkette, Elektromotor 110 V
Masse (HxBxT): ca. 230 x 800 x 400 cm
Inventarnummer: 11218
Werkverzeichnis: Bischofberger 1154
Creditline: Museum Tinguely, Basel

Rotozaza No. 2 entsteht 1967 für den Zweiten Weltkongress über Kommunikation in einer sich verändernden Welt (Second World Congress on Communication in a Changing World), der im Loeb Student Center der New York University stattfindet. Am 19. Oktober 1967 präsentiert Jean Tinguely dort den etwa dreihundert Teilnehmern seine Maschine, die Bierflaschen zertrümmert. Ihre Vorgängerin, die Ballspielmaschine Rotozaza No. 1, wurde erstmals 1967 in der Galerie Alexandre Iolas in Paris gezeigt. Die ersten Zeichnungen für die Maschine gehen aber bis ins Jahre 1965 zurück. Rotozaza No. 3 wird im Oktober 1969 im Schaufenster des Warenhauses Loeb in Bern gezeigt. Dort zerschlägt sie in stetem Fluss Teller anstelle der Bierflaschen der No. 2. Diese Maschine ist zerstört. Den Rotozaza-Maschinen zugrunde liegt die Idee, den Gegensatz zwischen nützlichen, produktiven Industriemaschinen und den Maschinen Tinguelys, deren Produktion sich ausschliesslich auf den Kunst-Sinn beschränkte, zu zeigen. Es sind Maschinen-Skulpturen, die sich mit der Überproduktion der Industriegesellschaft und ihrem unausweichlichen Auswurf an sinnvollen und sinnlosen Produkten, die durch ihre Anfälligkeit des Konsumenten erhöhte Aufmerksamkeit verlangen, auseinandersetzen. Gleichzeitig regen sie den Spieltrieb des Menschen an, wollen den Besucher und Betrachter also in den paradisischen Zustand des Spielens und also der Partizipation hinführen.