Film

Freitag, 27. März 2026, 20 Uhr

Ali Cherri: The Watchman & The Dam

It’s The Real Thing – Basler Dokumentartage
Kosten: Eintritt frei, Kollekte


Boris Nikitin, Leiter der Dokumentartage, wird zusammen mit Ali Cherri in die Filme einführen.

Ali Cherri arbeitet in den Bereichen Video, Installation, Zeichnung und Performance. Doch es sind vor allem die jüngeren filmischen Werke, die den libanesischen Künstler zu einem der interessantesten Exponenten der Gegenwartskunst machen, mit Ausstellungen in Wien, Paris, Basel und der Biennale in Venedig. Mit The Watchman und The Dam zeigt das Museum Tinguely im Rahmen der Basler Dokumentartage zwei Werke, die Dokument und dessen Double zu einem hypnotischen Zwischenraum verschmelzen. An realen Orten mit den tatsächlich dort lebenden und agierenden Menschen gedreht, verschieben Cherris Filme - virtuos gefilmt und mit eigenwilligem Rhytmus - die Wirklichkeit soweit ins Fiktionale, dass sie den Charakter einer Halluzination annehmen.

THE WATCHMAN
Es ist eine dieser unzähligen Trennlinien, die in der Zeit hängen gebliebenen sind: die Grenze zwischen Zypern und der Türkischen Republik Nordzypern. Ein junger Soldat hält pflichtbewusst seine Wache auf einem abgelegenen Wachturm. Nacht für Nacht sucht er den Horizont ab und wartet auf den Feind, der nie auftaucht. Eines Abends beobachtet er während seines Dienstes seltsame Dinge auf der Südseite der Hügel. Die Vorbereitung eines Angriffs vielleicht? Als der Soldat seinen Mut zusammennimmt und beschliesst, der Sache auf den Grund zu gehen, stösst er auf ein Heer von Soldaten, die an dieser Front gefallen sind. Ali Cherris  Kurzfilm The Watchman ist ein «cinematographic poem» über die Absurdität eines kalt gewordenen endlosen Krieges. Cherri hat den Film mit Dorfbewohnerinnen und Soldaten gedreht, die entlang der Grenzlinie leben und ihren Dienst ableisten.

Dauer: 25 Minuten

THE DAM
Ein Staudamm inmitten der Wüste des Nordsudan. Das Bauwerk wird von einem chinesischen Unternehmen errichtet, nun steht es in der atemberaubenden Landschaft wie ein kolossales abstraktes Raumschiff. Einer der Maurer auf der Baustelle ist Maher El Khair. Zusammen mit anderen Arbeitern stellt er jeden Tag aus dem nassen Schlamm hunderte von identischen Ziegeln her und driftet immer mehr in eine andere Realität ab. El Khair ist dabei nicht nur der fiktive Protagonist des Films sondern zugleich auch sein realer Hauptdarsteller. Ein Doppelgänger, der sich selbst spielt. Was ein konventioneller Dokumentarfilm sein könnte, wird bei Ali Cherri zu einem poetisch radikalen Spielfilm, der die Realität auflöst.

«Ein visuell beeindruckendes, geheimnisvolles Werk, eine Art magische sozialrealistische Vision.» The Guardian

Dauer: 80 Minuten

 


It’s The Real Thing - Basler Dokumentartage 5 werden unterstützt von:
Swisslos-Fonds Basel-Stadt, Swisslos Basellandschaft, Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Christoph Merian Stiftung.


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