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Jean Tinguely: In Basel lebte ich mit dem Totentanz

15. November 2000 – 22. April 2001

Im Spätwerk Jean Tinguelys ist das Interesse für das Hinter- und Abgründige, das Makabre und die Vergänglichkeit allgegenwärtig.

1986 - ein knappes Jahr nach seiner schweren Herzoperation - schuf Jean Tinguely aus den Überresten eines abgebrannten Bauernhofes in unmittelbarer Nähe seines Atelier in Neyruz die monumentale, 14 Skulpturen umfassende Werk-Gruppe Mengele-Totentanz. In ihr flossen die Kenntnis der spätmittelalterlichen Bildwelt des Totentanzes, seine Betroffenheit über die massen- hafte Vernichtung menschlichen Lebens im 20. Jahrhundert und die selbst unmittelbar erfahrene Todesbedrohung zusammen.

1987 nutzte der Künstler die Gelegenheit seiner grossen Retrospektive im Palazzo Grassi, die Gruppe in der kleinen Kirche San Samuele zu präsentieren. Dort offenbarten sich die deutlichen Analogien zu den spätmittelalterlichen und barocken Vorbildern.

Die Neupräsentation des Werkes im Museum Jean Tinguely bildet nun die Gelegenheit, die Verankerung von Tinguelys Gruppe in der jahrhundertelangen Tradition des Totentanzes und verwandter Darstellungen mit zahlreichen Werken vom 15. bis zum 20. Jh. zu veranschaulichen, ganz gemäss Tinguelys Ausspruch: "In Basel lebte ich mit dem Totentanz."

Zu sehen sind u.a. Ars moriendi, ein Buch mit reich kolorierten Holzschnitten aus der Basler Kartause, die Folge von Radierungen Freund Heins Erscheinungen in Holbeins Manier von Johann Rudolf Schellenberg aus dem Jahre 1785 sowie HAP Grieshabers zwei Zyklen von Gouachen und Holzschnitten aus dem Jahr 1965/66 nach dem Totentanz der Basler Predigerkirche.