Nicolas Darrot
Fuzzy Logic

Nicolas Darrot, «Yuki Otoko» Detail, 2025. Courtesy the artist und Galerie C; Foto: Nicolas Darrot.

Nicolas Darrot. Fuzzy Logic

5. März 2026 – 7. März 2027

Fuzzy Logic verwandelt den kleinsten Ausstellungsraum Basels, die ehemalige Telefonzelle des Museum Tinguely, in ein Figurentheater. In fünf Akten wird eine Auswahl der gleichnamigen Werkgruppe von Nicolas Darrot präsentiert. Die Besucher:innen aktivieren die Performance selbst: Mit dem Scan des Barcodes auf einer eigens gestalteten Spielkarte wird die Figur zum Leben erweckt. Sie singt, tanzt und bewegt sich in ihrer ganz eigenen unscharfen Logik.

Die Figuren und Maschinen erscheinen nie isoliert, sie sind Teil eines Ganzen, eines Milieus, einer «Umwelt». Es ist dieses Milieu, das ihnen Leben verleiht. 

5 Akte – 5 Vernissagen

Jede der Figuren wird mit einer Vernissage mit begleitendem Programm eingeweiht. Dazu sind Persönlichkeiten aus dem Umfeld von Nicolas Darrot eingeladen, mit dem Künstler und seinen Werken in Dialog zu treten.

 

1/5

>> 05.03.2026, 18.30 Uhr: Nanashi-Chan, 2024
Artist Nicolas Darrot and curator Andres Pardey: about Fuzzy Logic (Talk in English, 30 Min.)

 

2/5

>> 07.05.2026, 18.30 Uhr: Bone Machine, 2026
Thierry Dufrêne: Les automates de Nicolas Darrot (discours en français, 30 Min.)


Nicolas Darrot (*1972 in Le Havre) lebt und arbeitet in Paris. In seinem primär skulpturalen und installativen Werk realisiert er robotisierte Puppen, Automaten und mechanische Figuren, die sich zwischen Theater, Technik und Fabelwesen bewegen. Der Künstler programmiert seine Arbeiten selbst. Dieses Zusammenspiel aus handwerklichem und digitalem Können entwickelte sich nach seinem Abschluss an den Beaux-Arts in Paris 1998, als Darrot in der Filmproduktion als Teil eines Special-Effects-Teams arbeitete. Eine Erfahrung, die grossen Einfluss auf seine späteren Arbeiten nahm. In seinem Atelier, das Werkstatt und Programmierstube zugleich ist, treffen sich Präzision und Zufall. Millimetergenau konstruierte Bewegungsabläufe münden in unvorhersehbaren Choreografien. Das bewusste «Offenlassen» wird dabei zum künstlerischen Prinzip.

Nicolas Darrot, Nanashi-Chan, 2024. Courtesy the artist und Galerie C. Foto: Nicolas Darrot.

Fuzzy-Logik akzeptiert das, was klassische Logik ausschliesst: Vieldeutigkeit und Unschärfe. Als Form künstlicher Intelligenz ermöglicht sie es Computern mit Mehrdeutigkeiten umzugehen, wie es dem menschlichen Denken inne ist. Die reale Welt ist von Natur aus ungenau. Zwillingsgeschwister sind unterscheidbar, die Grenzen zwischen Tag und Nacht verschwimmen, unser Wissen über einen Themenkomplex bleibt oft unvollständig. Darrots Figuren verkörpern diese Logik der Unvollkommenheit und bewegen sich voller Unsicherheiten und Gemütsschwankungen in spontanen Tänzen und komplexen Spielen.

 

Bei einigen der Figuren bestimmt der Zufall die Bewegung. Die Soundtracks komponiert und programmiert Darrot teilweise selbst, teilweise nutzt er Aufnahmen oder arbeitet mit Musiker:innen zusammen – jedes Element ist ein integraler Bestandteil des Gesamterlebnisses.

 

 

 

 

 

 


 

Die Aktivierung des Figurentheaters ist im allgemeinen Museumseintritt inbegriffen.

 

Kurator: Andres Pardey.

Porträt: Nicolas Darrot

Biografie

 

Geboren 1972 in Le Havre, absolvierte Nicolas Darrot die École des Beaux Arts de Paris und die École d'Architecture de Grenoble. Er arbeitet an Installationen und Projekten mit menschlichen und tierischen Automaten, die er in narrative Kontexte einbettet. Seine künstlerische Forschung hat sich schrittweise erweitert und beschäftigt sich mit einer umfassenden Reflexion über poetische und systemische Dimensionen des Lebendigen.

 

2016 hatte Darrot eine Überblicksausstellung in der Maison Rouge in Paris und wurde zur Édition 2017 von Le Voyage à Nantes eingeladen. Darüber hinaus wurde sein Werk in bedeutenden Ausstellungen wie Artistes et Robots im Grand Palais und L'invention de Morel in der Maison de l'Amérique Latine sowie international auf der Triennale Echigo-Tsumari (2018) und der Triennale Setouchi in Japan (2022) präsentiert. Weitere Ausstellungen waren u.a. Les Portes du possible im Centre Pompidou-Metz und Les Choses im Louvre.